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Über den Sinn

Von 21.09.2026 Impact Monday Kommentare sind aus

Foto von Vidar Nordli-Mathisen auf Unsplash

Letzte Woche war ich zu Gast an der Future Work Night in Olten. Ein bunter Strauss von Führungskräften diskutierte unter dem Motto “Purpose trifft Praxis: Wie Sinnorientierung funktionieren kann“ über Sinnhaftigkeit in der Arbeit.

Eine einfache Antwort auf die Frage, was Arbeit sinnvoll macht, gibt es nicht. Auf individueller Ebene hat jeder Mensch ein anderes Verständnis davon, was sinnvoll ist. Deshalb laufen Organisationen Gefahr, mit Top-down-verordneter oder an den Haaren herbeigezogener Sinnhaftigkeit ihre Mitarbeitenden eher zu frustrieren als zu motivieren. Egal, wie stark das Narrativ ist, das sie darum spinnen.

Fest steht: Organisationen haben längst erkannt, dass viele Menschen in ihrer Arbeit nach Sinn streben. Etwas mehr Ehrlichkeit in der Kommunikation würde dazu führen, dass das Wort «Sinn» nicht in jeder zweiten Stellenanzeige steht.

Oder wie der CEO eines grossen Schweizer Konzerns letzte Woche gesagt hat: Hör nicht auf das, was das Management sagt, sondern schau darauf, was es tut.

Und weil sich Philosoph:innen seit Jahrhunderten über die Frage nach dem Sinn den Kopf zerbrechen, konzentrieren wir uns mit futurejobs auf etwas, das wir besser prüfen können:

Wir können nicht entscheiden, was für dich sinnvolle Arbeit ist. Aber wir können untersuchen, welche Arbeit gesellschaftliche und ökologische Veränderung bewirkt.

Einige Beispiele dafür, was wir darunter verstehen, findest du in dieser Ausgabe.

Viel Spass beim Stöbern und einen guten Start in die Woche!

Herzlich,

Michael


Die Top 10 Futurejobs

#1 Abteilungsleiter:in Gesamtmobilität (80–100 %) – Kanton Zürich

Du gestaltest mit, wie sich das Verkehrssystem im Kanton Zürich langfristig entwickelt und mit Siedlung und Umwelt abgestimmt wird.

Zur Stelle

#2 Managing Director – CSP Foundation

Du führst die CSP Foundation operativ, verantwortest Programme, Fundraising und externe Beziehungen und arbeitest an der Schnittstelle zwischen privatem Vermögen und Impact Investing.

Zur Stelle

#3 Projektleiter:in Energie und Klima (60–90 %) – Brandes Energie / VUE naturemade

Du leitest und entwickelst das naturemade-Zertifizierungssystem weiter und sicherst die Qualität von Audits und Zertifizierungsprozessen.

Zur Stelle

#4 Business Development Manager:in dezentrale PV-Stromvermarktung – Energie 360°

Du entwickelst neue Geschäftsmodelle für Solarstrom, Speicher und lokale Strommodelle und bringst sie vom Kundenbedarf bis in den Markt.

Zur Stelle

#5 Bereichsleiter:in Gesundheitsförderung, Prävention und Sexualpädagogik (70 %) – Berner Gesundheit

Du führst 23 Mitarbeitende, entwickelst das Angebotsportfolio weiter, verantwortest Budget und Ressourcen und wirkst bei Leistungsvertragsverhandlungen mit.

Zur Stelle

#6 Leiter:in Recycling Center Zürich (80–100 %) – Schneider Umweltservice

Du verantwortest mehrere Recycling-Center und entwickelst Prozesse, Anlagen und Verwertungskonzepte weiter.

Zur Stelle

#7 Projektleiter:in Gesundheitspolitische Gesamtplanung 2030 – Kanton Aargau

Du gestaltest mit, wie die künftige Rettungsversorgung organisiert wird – von Einsatzgebieten und Vergabekriterien bis zu Führungs- und Dispositionsprozessen.

Zur Stelle

#8 Stv. Leiter:in Stromversorgung (80–100 %) – Energieversorgung Büren AG

Du planst und entwickelst das Mittel- und Niederspannungsnetz weiter und leitest Projekte zu Netzausbau, -erneuerung und -optimierung.

Zur Stelle

#9 Wissenschaftliche Mitarbeiter:in Prävention (80–100 %) – ECAB/KGV

Du entwickelst Präventionsinstrumente für Brand- und Naturgefahren weiter und übersetzt Analysen und strategische Vorgaben in kantonsweite Lösungen.

Zur Stelle

#10 Programmverantwortliche:r Belarus (80 %) – Libereco

Du entwickelst das Länderprogramm Belarus weiter und verbindest Direkthilfe für politisch Verfolgte mit Recherche, Finanzierung und parlamentarischer Interessensvertretung.

Zur Stelle


Drei Signale

Wenn Ölbohrer plötzlich für die Energiewende gebraucht werden

Geothermieprojekte greifen zunehmend auf Bohrtechniken zurück, die ursprünglich für die Öl- und Gasindustrie entwickelt wurden.

Damit wandern auch Kompetenzen. Bei einem aktuellen Tiefengeothermieprojekt im Kanton Waadt werden beispielsweise Fachleute gesucht, die mehrere Jahre Erfahrung mit Onshore-Bohrungen oder in der Geothermie mitbringen.

Transformation bedeutet hier nicht, einen alten Beruf durch einen völlig neuen zu ersetzen. Bestehendes Wissen erhält einen neuen Zweck.

Mehr dazu in der Financial Times (EN)

Wenn Entlassene ihre Arbeit selbst organisieren

Nachdem Stellen in der lokalen Musikbildung gestrichen wurden, haben Musiklehrer:innen im Nordwesten Englands die Peninsula Music Co-operative gegründet.

Die Mitglieder bleiben selbständig, teilen jedoch Ressourcen, vermitteln Aufträge gemeinsam und organisieren ihre Arbeit als Genossenschaft.

Damit entsteht zwischen klassischer Anstellung und individueller Selbstständigkeit eine dritte Möglichkeit: Menschen besitzen und steuern gemeinsam die Struktur, in der ihre Arbeit organisiert wird.

Zur Geschichte bei Co-operative News (EN)

Wer bezahlt den Berufswechsel, bevor es zu spät ist?

Berufe und Kompetenzanforderungen verändern sich schnell. Damit stellt sich die Frage, wie berufliche Neuorientierung früher einsetzen kann – bevor eine Stelle bereits gefährdet ist.

Der Ständerat hat einen entsprechenden Vorstoss in abgeschwächter Form angenommen. Statt einer nationalen Strategie soll der Bund zusammen mit Kantonen und Sozialpartnern die bestehende Zusammenarbeit überprüfen und klären, wo zusätzlicher Bedarf besteht – einschliesslich Zuständigkeiten und Finanzierung möglicher Massnahmen.

Damit geht es nicht nur darum, welche Kompetenzen wir künftig brauchen. Sondern auch darum, wer den Wandel früh genug erkennt, die Neuorientierung organisiert – und bezahlt.

Mehr bei Le Temps (FR)


Ein Experiment

Mitarbeitende als Eigentümer:innen

Bei der Berner Firma Flavum können Mitarbeitende nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit und bei einem Pensum von mindestens 40 Prozent Steward Owner werden – ohne Kapitaleinlage. Voraussetzung ist, dass die bisherigen Steward Owner sie einstimmig wählen.

Gewinne werden nicht privat ausgeschüttet, sondern bleiben an den Unternehmenszweck gebunden. Die Purpose Stiftung hält ein Prozent der Stammanteile und kann ihr Vetorecht einsetzen, wenn eigentumsrechtliche Entscheidungen die Grundprinzipien des Verantwortungseigentums berühren.

Das Modell nennt sich Steward Ownership. Die entscheidende Idee dahinter: Kontrolle liegt bei Menschen, die aktiv mit dem Unternehmen verbunden sind. Gewinne und Vermögen bleiben an den Unternehmenszweck gebunden.

Mehr zum Modell von Flavum

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