Game Changer
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Was bestimmt, ob wir mit unserer Arbeit gesellschaftlich etwas verändern können? Die Ökonomin Jennifer B. Hinton stellt in ihrem neuen Buch die Spielregeln unserer Wirtschaft infrage. Ausserdem schauen wir nach Zürich, wo ein fiktives Amt Meldungen über Zeitnot sammelt, und auf den KI-Konzern Anthropic, der Aktien an einen gemeinnützigen Fonds übertragen will.
Dazu kommen zehn Futurejobs aus unterschiedlichen Branchen und ein Basler Unternehmen, dessen Dividenden an eine Stiftung fliessen.
Viel Spass beim Stöbern!
Herzlich,
Michael
Die Top 10 Futurejobs

#1 Jurist:in Asset Recovery (80–100 %) – EDA, Bern
Du trägst dazu bei, dass unrechtmässig erworbene Vermögenswerte von Potentaten und politisch exponierten Personen an die betroffenen Länder zurückgeführt werden und die internationale Rechenschaftspflicht gestärkt wird. Dafür führst du rechtliche Verfahren und entwickelst die Instrumente zur Einziehung und Rückführung solcher Vermögenswerte weiter.
#2 Senior Grid Project Manager:in (80–100 %) – Swissgrid, Aarau
Du hilfst, das Schweizer Höchstspannungsnetz für die Integration erneuerbarer Energien und für eine zukunftsfähige Stromversorgung weiterzuentwickeln. Dafür verantwortest du komplexe Netzprojekte von der Planung über die Vergabe bis hin zur Realisierung.
#3 Co-Direktion Organisation und Management (80 %) – Schweizerische Menschenrechtsinstitution, Freiburg
Du stärkst die institutionellen Grundlagen für einen langfristigen und unabhängigen Schutz der Menschenrechte in der Schweiz. Dafür gestaltest du den Aufbau der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution mit und verantwortest Finanzen, Personal und Organisationsentwicklung.
#4 Beratungsperson Wassermanagement (60–100 %) – Arenenberg, Salenstein
Du hilfst, die Schweizer Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Wasserknappheit zu machen und ihre Wasserressourcen nachhaltiger zu nutzen. Dafür entwickelst und erprobst du gemeinsam mit Landwirtschaftsbetrieben wassersparende Massnahmen und überprüfst deren Wirkung.
#5 Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in Tabakpräventionsfonds (80–100 %) – BAG, Bern
Du trägst dazu bei, den Tabakkonsum und seine gesundheitlichen Folgen durch gezielte Präventionsprogramme zu verringern. Dafür leitest du Rauchausstiegsprojekte mit und begleitest Förderprogramme, Mandate und Verträge zu ihrer Umsetzung.
#6 Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in EU-Screening (80 %) – GS-EJPD / NKVF, Bern
Du stärkst den Schutz der Grundrechte in Migrations- und Asylverfahren durch eine unabhängige Kontrolle staatlichen Handelns. Dafür baust du einen neuen Monitoringbereich mit auf und überprüfst bei Kontrollbesuchen die Einhaltung menschenrechtlicher Standards.
#7 Leiter:in Daten und Online (80–100 %) – LUSTAT, Emmenbrücke
Du schaffst die Voraussetzungen dafür, dass öffentliche Daten besser für fundierte Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft genutzt werden können. Dafür baust du eine neue Einheit auf und entwickelst Datenplattformen, Open Data und technische Grundlagen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz weiter.
#8 Elektro-Projektleiter:in Elektromobilität und erneuerbare Energien (80–100 %) – simplee AG, Dübendorf
Du schaffst die technische Infrastruktur, mit der Solarstrom, Energiespeicher und Elektromobilität im Alltag nutzbar werden. Dafür planst und realisierst du Photovoltaik-, Speicher- und Ladeinfrastrukturprojekte und verantwortest deren Qualität und Budget.
#9 Fachperson Umwelt, Natur und Energie (80–100 %, Jobsharing möglich) – Gemeinde Adligenswil, Adligenswil
Du gestaltest mit, wie eine Gemeinde ihre Energieversorgung klimafreundlicher macht und natürliche Lebensräume schützt. Dafür entwickelst und leitest du kommunale Energie-, Klima- und Biodiversitätsprojekte von der Konzeption bis zur Umsetzung.
#10 Référent Médical Polyvalent (100 %) – Médecins Sans Frontières Suisse, Genf
Du trägst dazu bei, dass medizinische Hilfe in humanitären Krisen bedarfsgerecht organisiert und an veränderte Bedingungen angepasst wird. Dafür steuerst du medizinische Prioritäten und Ressourcen und entwickelst Einsatzstrategien für Projekte im Sudan, Südsudan und Äthiopien weiter.
Drei Signale
Profit fürs Gemeinwohl
Die Ökonomin Jennifer B. Hinton sieht in der Ausrichtung von Unternehmen auf private Renditen einen Treiber von Umweltzerstörung und Ungleichheit. In «Game Changer» entwirft sie eine Wirtschaft, in der Unternehmen zwar Überschüsse erzielen, diese aber für ihren Auftrag oder das Gemeinwohl einsetzen, statt sie an Eigentümer auszuschütten. Entscheidend sei, welche Spielregeln wirtschaftliches Handeln bestimmen.
Ein Amt für gestohlene Zeit
In Zürich nimmt ein fiktives «Amt für Zeit» seit dem 28. Oktober Meldungen über Zeitnot und «Zeitdiebstahl» entgegen. Das Projekt von Dezentrum und der Universität Bern macht die ungleiche Verteilung von Zeit sichtbar und fragt, wem die Produktivitätsgewinne durch KI und Automatisierung zugutekommen.
100 Milliarden Dollar für gute Zwecke?
Der KI-Konzern Anthropic will fünf Prozent seiner Aktien einem gemeinnützigen Fonds zuweisen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionär. Bei einer Firmenbewertung von zwei Billionen Dollar entspräche das 100 Milliarden Dollar. Der Fonds bleibt jedoch im Eigentum von Anthropic, das auch über die Verwendung der Mittel entscheidet.
Ein Experiment
Die Fabrik, die ihre Gewinne verschenkt
Aus einer alten Maschinenfabrik in Basel machten fünf Menschen ab 1999 das Gundeldinger Feld, einen Ort für Betriebe und Kultur. 2014 übertrugen sie die Nutzniessung sämtlicher Firmenaktien an eine unabhängige Stiftung. Seither erhält diese jährlich rund 50’000 Franken an Dividenden, mit denen sie Projekte der Stadtentwicklung unterstützt.
Mehr zur Kantensprung Stiftung
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